Wagengruppe Schlagloch-Räumung – Sponti heute 17 Uhr

Wir wurden geräumt! Haufenweise Cops, Möbel Kraft Vertreter und eine Gerichtsvollzieherin sind heute Morgen angetanzt um unseren Wagenplatz zu räumen. Wir haben das Gelände friedlich geräumt und stehen nun mit unseren Wagen auf der anderen Straßenseite. Möbel Kraft, die Stadt und ihre Ordnungshüter*innen erhöhen den Druck auf uns. Zusätzlich zur Anzeige wegen Hausfriedensbruch gibt es nun ein zivilrechtliches Verfahren, mit dem die Räumung unseres Platzes erwirkt wurde. Die Kosten dieses Verfahrens werden wir tragen müssen, sagte uns ein Vertreter von Möbel Kraft mit dem Hinweis wie teuer so ein Verfahren werden könnte. Diese und weitere überflüssige Sticheleien von Seiten Möbel Krafts wurden durch ein privates Sicherheitsunternehmen ergänzt, das mit einem Fahrzeug seit Mittwoch unsere Einfahrt blockiert. Es ist offensichtlich, dass diese Methoden uns einschüchtern sollen, da wir uns geweigert haben uns selbst zu räumen und zurück in die Unsichtbarkeit zu verschwinden.

 

An Möbel Kraft:

Warum so ein Aufriss? Es werden keine Kosten und Mühen gescheut nur um uns von diesem brachliegenden Gelände zu verdrängen. Ihr benutzt es nicht, aber weil ihr Geld dafür bezahlt habt wollt ihr es zurück. Es wäre ein Leichtes gewesen uns zumindest eine Duldung für dieses Gelände zu geben bis hier gebaut wird. Mit uns gemeinsam haben viele Kieler*innen in den letzten Wochen wieder Freude an diesem Gelände gefunden und es genutzt. Es ist von einem brachen Stück Land zu einem lebendigen Ort geworden, was genau stört euch daran so sehr? Dieses Verhalten ist ein Paradebeispiel dafür wie kapitalistische Großunternehmen in der Stadtgestaltung alternative und kreative Freiräume verhindern und verdrängen.

Wir fordern euch auf  das Klageverfahren einzustellen! Wir fordern eine Nutzungserlaubnis für dieses Gelände, zumindest solange bis der Bau beginnt oder wir eine alternative Fläche gefunden haben. Dies ist eine Chance sich an den Bedürfnissen der Kieler*innen zu orientieren, anstatt ein weiteres Mal Menschen von dieser, von Möbel Kraft nach wie vor ungenutzten Fläche zu vertreiben.

 

An die Stadt Kiel:

Nachdem wir das großzügige Angebot zu „ergebnisoffenen“ Verhandlungen nicht annehmen konnten wird uns die Tür vor der Nase zugeschlagen. Wieso fällt es so schwer außerhalb der gewohnten Prozesse neue Wege einzuschlagen und mit uns zu verhandeln? Uns mit leeren politischen Phrasen abzuspeisen ist einfach, aber mit uns nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen kann auch funktionieren. Seit der vergangenen Ratsversammlung schreibt sich der Bürgermeister den Erfolg alternativer Projekte auf die Fahnen, um sich als offene und kreative Stadt zu präsentieren. Diese Projekte sind jedoch aus der Initiative mutiger Menschen und Gruppen heraus entstanden. Für Kenner*innen der Kieler Stadtgeschichte ist dies nur mit einem Kopfschütteln zu ertragen.

Auch das Versprechen uns gegenüber, es könnten innerhalb von zwei Tagen Wohnungen gefunden werden, wenn wir unseren Wunsch nach Wagenleben aufgäben ist in unseren Augen eine Frechheit gegenüber Menschen, die tatsächlich obdachlos sind und/oder seit Monaten eine Wohnung in Kiel suchen.

Wir fordern die Stadt auf mit uns über einen Wagenplatz in Kiel zu verhandeln! Wir fordern eine ernstzunehmende Auseinandersetzung mit dem Thema und den Möglichkeiten, die es in Kiel geben kann einen Wagenplatz zu legalisieren.

 

Wir rufen auf heute um 17:00 auf den Asmus-Bremer Platz zu kommen um mit uns zu demonstrieren! Kommt zahlreich, seid solidarisch und unterstützt uns.

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9 Kommentare zu Wagengruppe Schlagloch-Räumung – Sponti heute 17 Uhr

  1. mehr wagenplätze überall! sagt:

    ich wünsche euch viel kraft und ausdauer im kampf um einen platz zum wohnen!
    bleibt widerständig!

  2. Axenbruch sagt:

    Ihr Mutigen lebenskünstler*innen,
    grandios, dass ihr kämpft, grandios dass ihr da wart und immer noch seid! lasst euch nicht unterkriegen, trotz der uneinsicht von stadtverwaltung, sog. „vertreter*innen“ und anderen kapitalarschkriechern! ich hoffe dass ihr viel unterstützung von menschen bekommt, die nicht so engstirnig und verschleiert durchs leben kriechen; die wissen wofür es sich lohnt, gemachte grenzen zu überschreiten. Ihr seid nicht alleine…
    ich dachte kiel sei cool, mutig und offen für neues… würde kulturschaffend sein und perspektiven bieten. ganz vielleicht überdenkt die stadt ja nochmal ihre strategie. ja, das wünsch ich euch und auch der stadt!

    denn ganz klar: mehr wagenplätze braucht die welt!
    Auf die lebendigkeit und gegen das verbot zu leben!

    lasst euch nicht unterkriegen…
    herzens-soli-grüsze aus der baltic stadt im osten <3

  3. Kiel, ey. sei mutig! sagt:

    Ihr Mutigen lebenskünstler*innen,
    grandios, dass ihr kämpft, grandios dass ihr da wart und immer noch seid! lasst euch nicht unterkriegen, trotz der uneinsicht von stadtverwaltung, sog. „vertreter*innen“ und anderen kapitalarschkriechern! ich hoffe dass ihr viel unterstützung von menschen bekommt, die nicht so engstirnig und verschleiert durchs leben kriechen; die wissen wofür es sich lohnt, gemachte grenzen zu überschreiten. Ihr seid nicht alleine…
    ich dachte kiel sei cool, mutig und offen für neues… würde kulturschaffend sein und perspektiven bieten. ganz vielleicht überdenkt die stadt ja nochmal ihre strategie. ja, das wünsch ich euch und auch der stadt!

    denn ganz klar: mehr wagenplätze braucht die welt!
    Auf die lebendigkeit und gegen das verbot zu leben!

    lasst euch nicht unterkriegen…
    herzens-soli-grüsze aus der baltic stadt im osten <3

  4. H.W. Lang sagt:

    Hier wurde eine Chance vertan, lösungsorientiert zu einer Beilegung des Konflikts zu kommen.
    Statt dessen wurden Ultimaten gesetzt, Bedingungen gestellt – alles reine Machtspiele.
    Möbel-Kraft hat es versäumt, durch ein moderates und flexibles Verhalten bei den Kielern Sympathiepunkte zu gewinnen. Dumm.
    Ulf Kämpfer, eigentlich als Mediator geschult, hat sich durch die Bedingung, erst müsse das Gelände geräumt werden, eigener Handlungsoptionen beraubt. Dumm.

    Kiel ist eine Stadt, die mit Universität und Fachhochschule junge Leute anzieht. Aber sie muss jungen Leuten darüber hinaus auch etwas bieten. Sie muss bunt sein, sie muss Flair haben. Sonst bleiben die jungen Leute weg und gehen nach Hamburg oder Berlin.
    In Berlin gibt es in jeder Straße einen Hinterhof, in dem Startups oder alternative Projekte vor sich hin werkeln. Was ist mit Kiel? Ein Provinznest. Man setzt auf Delmenhorstisierung oder Raisdorfisierung: Baumarkt – Möbelmarkt – Supermarkt – Getränkemarkt…
    Wie wäre es mit Amsterdamisierung und Kopenhagenisierung? Bauwagenkolonien, Hausboote, alternatives Leben, nicht nur „geduldet“ (also eigentlich nicht gewollt), sondern aktiv unterstützt?

  5. joachim müller sagt:

    STORMY MONDAY TINKERS BLUES :
    es war ein guter tag !!!
    eine handvoll menschen , die ihr leben SELBSTBESTIMMT in und aus „Bauwägen“ gestalten ,
    haben mit ihrer Initiative das KANNIBALLISTISCHE Vorgehen der globaliberalisierten
    Kapitalinteressen in UNSERER STADT in einer friedvollen sozialen Aktion wieder ins Bewußtsein der respublica gerufen!
    einen Mond lang , inclusive des schönsten RAINBOWs , haben Menschen frei miteinander
    gelebt , gekocht , gegessen , getrunken , diskutiert , geliebt oder nur dem Gesang der INDIGENEN Bevölkerung gelauscht…

    im PRÜNER SCHLAG gelauscht

  6. joachim müller sagt:

    STORMY MONDAY TINKERS BLUES :
    es war ein guter tag !!!
    eine handvoll menschen , die ihr leben SELBSTBESTIMMT in und aus „Bauwägen“ gestalten ,
    haben mit ihrer Initiative das KANNIBALLISTISCHE Vorgehen der globaliberalisierten
    Kapitalinteressen in UNSERER STADT in einer friedvollen sozialen Aktion wieder ins Bewußtsein der respublica gerufen!
    einen Mond lang , inclusive des schönsten RAINBOWs , haben Menschen frei miteinander
    gelebt , gekocht , gegessen , getrunken , diskutiert , geliebt oder nur dem Gesang der INDIGENEN Bevölkerung im PRÜNER SCHLAG gelauscht…und den Sternenhimmel gesehen.

    Ich danke der HUMMEL , das sie uns an IHRER WOHNSTATT gewähren ließ…

    “ No matter what you`ve lost , be it a home or heart or friend , like the Mary Ellen Carter-
    RISE AGAIN ! “ ( Sabottaby ham das mal im SUBROSA gegeben )

    Und mein handy piept , kurz nachdem ein auge aufging – okay , denn man to-

    Ich freu mich über die SOLIDARITÄT , die Unsere Struktur in Kiel mit drei clicks ausm Ärmel schüttelt- unser netz ist stark !
    120-140 SPONTI- engagierte (gezählt!incl. Kinder,Hunde u. fluktuation) , haben die Forderung auf freie lebens -und wohnformen durch die WAGENGRUPPE SCHLAGLOCH
    unterstützt- dazu noch nicht gezählte Soli-Adressen !

    als ich inmitten der butterblumen stand , hörte ich Eva Cassidy : „Fields of Gold“…..

    KRAJA nennen sich 4 Singende aus Schweden- KRAJA ist SAMI-spraak und heißt :

    DER ORT , AN DEM ICH SEIN WILL

    In diesem Sinne : Rör di , staa fast , kiek wied !
    Oder auch : Keep on rolling ! Der Kampf geht weiter !

  7. Klaus Hoffmann sagt:

    „Wir fordern (…)! Wir fordern (…).“ – Man kann viel fordern. Seid Ihr berechtigt zu fordern? Worauf begründet sich Eure Forderung? Was habt Ihr bisher geleistet, um Eure Forderungen zu legitimieren? Kauft, pachtet oder mietet doch ein geeignetes Stückchen Land, um dort im Bauwagen zu wohnen. Dann pinkelt Euch auch keiner an Karren… Eure Eltern haben Euch alles ohne Gegenleistung gegeben. Der Rest der Gesellschaft ist keinesweg dazu verpflichtet, sich ebenso zu verhalten. Warum arbeitet Ihr nicht dafür, dass ich mich verwirklichen kann? Warum schafft Ihr keine Kohle für die Sozialfälle in Gaarden ran? Ich verstehe Eure Basis nicht.

    • JOACHIM sagt:

      Was willst DU ? Welche Vorstellung hast DU für dein Leben ?
      Warum machst DU es nicht selber , Dein Leben zu bestimmen , zu gestalten und
      zu verwirklichen ?
      Warum gibst DU eine kapitalistisch-hierarchisch intendierte mimimimimimeinung ab , die in der Sache nichts beiträgt ?
      ( Die Leistungen für menschen in extrem prekären lebenssituationen werden i. ü. von der solidarischen gemeinschaft der steuerzahlenden menschen getragen. )
      Warum gehst DU nicht hin zu den menschen , denen DU „an den karren pinkelst “ und sprichst mit Ihnen ?
      Warum gibst DU den digitalen Sniper , statt heute Abend (19uhr) mit vielen lieben menschen zusammen zu essen , die Küche für Alle kocht auch für Dich .
      Hast DU Angst vor neuen Erfahrungen ?
      See`ya !

      • Klaus Hoffmann sagt:

        „Die Leistungen für menschen in extrem prekären lebenssituationen werden i. ü. von der solidarischen gemeinschaft der steuerzahlenden menschen getragen.“

        Genau! Und seid Ihr Teil der solidarischen Gemeinschaft. Oder überlasst Ihr das Steuerzahlen lieber alten, schwachen und kranken, da Ihr ja jung seid, noch Träume habt und Euch selbst verwirklichen müßt.

        „Hast DU Angst vor neuen Erfahrungen?“ – Was ist daran neu?

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