Update aus dem Matsch

Moin ihr Lieben*,

wir stehen nach wie vor in Wellsee an der Ecke B404/ Edisonstr. So langsam wird es winterlich, kalt und regnerisch und wir versinken im Matsch. Da wir noch keinen Gemeinschaftswagen haben, machen wir bis auf weiteres erstmal keine KüfA, denn das draußensitz-Wetter ist so langsam vorbei. Wir freuen uns trotzdem weiterhin über Besuch.

Falls ihr gute und nachhaltige Ideen habt, wie wir den Matsch besiegen können, freuen wir uns darauf sie zu hören.

Auch über weitere Ideen was Flächen angeht freuen wir uns, da wir weiterhin auf der Suche sind.

Habt es schön warm und bis bald.

Euer Schlagloch

Bauwochenende

Am 16. und 17.9. ist Bauwochenende auf dem Wagenplatz angesagt!! Wir freuen uns auf alle, die mit Rat und Tat vorbei kommen! Es soll ein Holzunterstand für das Brennholz für den Winter gebaut werden; ein Dach zum drunter sitzen, Konzert oder Küfa machen und so weiter; ein schönes Kompostklo; und eventuell eine Bar 🙂

Bringt gerne alles mit, was ihr denkt, was dafür gebraucht werden könnte! Und Werkzeug und so weiter…

Insbesondere wäre noch gut:

Paletten

dicke Schrauben

Gehwegplatten

Wellblech oder Dachpappe

 

Wir freuen uns auf ein geselliges und produktives Wochenende!

Wagenplatz ist umgezogen!

Nach langem Hin und Her mit der Stadt haben wir jetzt endlich eine Bleibe für den Winter gefunden. Seit Montag Abend stehen wir mit unseren Wagen in der Edisonstraße/Ecke B404.

Nach einem turbulenten Sommer mit vielen Umzügen sind wir froh darüber, auf der großen grünen Wiese bis April nächsten Jahres bleiben zu können.

Zwar erfüllt diese Fläche nicht unsere Forderung nach einem innerstädtischen Freiraum, dennoch bietet sie viel Potential zum Neudenken des Begriffes „Freiraum“. Darum freuen wir uns nun darauf diesen Ort gemeinsam mit euch zugestalten.

Da die kalte Jahreszeit nicht mehr weit ist und wir nun auch die Möglichkeit haben Infrastrktur aufzubauen, laden wir Euch zu einem Bauwochenende am 16./17. September ein.

Weitere Infos folgen!

Was wir dafür und überhaupt so gebrauchen können:

  • Feuerholz
  • Bauholz (z.B. Bohlen, Vierkantholz)
  • Paletten
  • Gehwegplatten
  • Solarlampen
  • Kerzen
  • Feuertonne
  • Astschere
  • Leiter

Wenn ihr was von den genannten Dingen habt, oder wisst wo mensch es her bekommt, schreibt oder sprecht uns an!

Kommt vorbei und macht euch selbst ein Bild! Nach wie vor freuen wir uns sehr über euren Besuch!

Wagenplatz Schlagloch zieht um! Info-Veranstaltung, Sonntag 13.08.

Der Wagenplatz Schlagloch zieht um!

Wieso? Wohin? Warum?

Kommt vorbei zur Info-Veranstaltung und Diskussion am Sonntag, den 13.08.17 um 18 Uhr, an unserem derzeitigen Standort am Ende der Hofteichstraße!

Inklusive Input zum Thema: “Ausverkauf Städtischer Flächen a.k.a. private-public-partnership“

Wir freuen uns auf euch!

News und Redebeitrag

Moin ihr Lieben,

wie ja heute bereits in der KN zu lesen war hat die Stadt Kiel uns eine Fläche als Übergangslösung angeboten. Obwohl die Stadt uns gebeten hatte mit der Information nicht an die Öffentlichkeit zu gehen, da es intern noch Klärungsbedarf gäbe, hat sie dann heute anscheinend selbst die KN informiert. Die Fläche um die es sich handelt ist eine Wiese, die direkt an den Aubrook angrenzt. Wir haben uns das Gelände angesehen und sind zu dem Schluss gekommen, dass es technisch unmöglich ist mit unseren Wagen dort zu stehen. Die Steigung der Wiese ist so stark, dass wir mit unseren Wagen wahrscheinlich umkippen, mindestens aber abrutschen bzw. im Matsch versinken würden, wenn es regnet. Wir hoffen das es bald eine alternative Lösung gibt und bleiben mit der Stadt im Gespräch.

Außerdem wollen wir uns für die kraftvolle Demo heute bedanken und hier nochmal unseren Redebeitrag online stellen.

Redebeitrag Die Stadt gehört uns allen-Schlagloch

Das wir heute hier zu so vielen auf die Straße gehen, nur 2 Wochen nachdem viele von uns in Hamburg heftige Polizeigewalt und Willkür erleben mussten, zeigt wie groß das Bedürfniss nach Freiräumen, nach Alternativen und vor allem nach Mitbestimmung ist. Es zeigt wie viele von uns sich Orte wünschen, die politische Selbstorganisation und selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die also autonom sind. Orte, an denen wir abseits von Ausbeutung und dem ständigen Konkurenzkampf miteinander leben können.

Vor ca. 3 Monaten haben wir, die Wagengruppe Schlagloch, das ehemalige Kleingartengelände am Prüner Schlag besetzt. Hiermit haben wir auf die fehlgeleitete Kieler Stadtplanungspolitik aufmerksam gemacht, die hier einmal mehr wirtschaftliche Intressen den Bedürfnissen der Kieler*innen voran stellt und die Fläche für den Bau eines Möbel-Krafts verkauft hat. Auch haben wir mit der Besetzung den Mangel an emanzipatorischen Freiräumen aufgezeit und einen solchen Ort gemeinsam mit vielen anderen Kieler*innen geschaffen. Diese Fläche wird wohl nicht die einzige Kleingartenanlage bleiben, die dem Flächenversiegelungswahn der Stadt Kiel im Wege steht. In Planung ist bereits das nächste Mega-Projekt, die Südspange, eine vierspurige Schnellstraße die die A21/ B404 mit der B76 verbinden soll. Auch hier sind viele Kleingartenparzellen im Weg und sollen platt gemacht werden.

4 Wochen nach der Besetzung des Prüner Schlags wurden wir mit einem Räumungsbeschluss von einer Gerichtsvollzieherin und ca. 40 Cops unter Androhung einer gewaltsamen Räumung gezwungenn das Gelände zu verlassen. Die Kosten für dieses Verfahren werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach tragen müssen, die genaue Summe ist zwar noch unklar, sie wird sich aber mindestens im vierstelligen Bereich bewegen.

Daraufhin standen wir mangels Alternativen mit unseren Wägen 2 Wochen auf dem Seitenstreifen des Hasseldieksdammer Wegs. Hier wurde uns quasi zeitgleich zu einem Verhandlungsgespräch mit der Stadt vom Tiefbauamt der Stadt Kiel eine erneute Räumungsaufforderung zugestellt mit der Drohung unsere Wagen kostenpflichtig abzuschleppen.

Nachdem sich die Stadt nun doch bereit erklärt hatte mit uns zu verhandeln, mussten wir also wieder sehr kurzfristig umziehen und stehen seit dem übergangsweise mit unseren Wagen am Ende der Hofteichstraße. Nach einem erneuten Gespräch mit der Stadt ist nun klar, dass wir auch diese Fläche bald wieder verlassen müssen. Die Stadt Kiel führt derzeit eine Analyse aller in Frage kommenden Flächen durch und auch wir sind weiterhin auf der Suche nach einem Ort an dem wir längerfristig bleiben können. Wir werden weiterhin mit der Stadt verhandeln und hoffen das sich bald eine geeignete Lösung findet.

Wir möchten uns auch bei allen, die uns solidarisch unterstützen und begleiten, die uns zur Seite stehen wenn wir nicht mehr weiter wissen, bedanken. Ein fettes Dankeschön an euch, ohne euch hätten wir die letzten 3 Monate nicht durchstehen können, ihr habt einmal mehr gezeigt, dass emanzipatorische Projekte von Solidarität leben und wir gemeinsam schaffen können, was allein unmöglich ist.

Darum wollen auch wir an dieser Stelle klar und deutlich sagen, linke Projekte werden bleiben, wir sind solidarisch miteinander und wir werden für den erhalt unserer Häuser und Wagenplätze kämpfen. Einer Regierung, die Kriege führt, Knäste baut, Menschen abschiebt und Polizeigewalt rechtfertigt können wir nur nahe legen ihr Verständniss von Gewalt zu reflektieren, anstatt die gesamte Linke abzustempeln.

In diesem Sinne werden wir weiter kämpfen, für Wagenplätze, für Hausprojekte, für die Freiheit und gegen Staat, Nation und Kapital.

Wir sind Viele und wir wollen alles!

DIE STADT GEHÖRT UNS ALLEN!? Samstag: Demonstration in Kiel

Wir rufen dazu auf, sich an der Demo am Samstag zu beteiligen und werden auch mit einigen Wagen mit am Start sein…

 

DIE STADT GEHÖRT UNS ALLEN!?

FÜR MEHR FREIRÄUME & WOHNTRÄUME!

Samstag, 22. Juli 2017: Demonstration
13 Uhr / Rathausplatz / Kiel

Die Stadt gehört uns allen, oder? Wenn Mensch sich die Entwicklung der letzten Jahre in Kiel jedoch genauer anschaut, entsteht ein anderer Eindruck.

Obwohl die Stadt Kiel sich damit schmückt: „Weltoffen zu sein“ und in
ihrem „Integrierten Stadtentwicklungskonzept Kiel (INSEKK)“ (Beschluss der Ratsversammlung 17. Februar 2011) angeblich anstrebt, „eine soziale, kinderfreundliche, kreative und innovative Klimaschutzstadt“ zu sein, wird eine gegenteilige Politik umgesetzt.

Die Mieten steigen rasant, trotz der seit 2015 eingeführten Mietpreisbremse und auch der Wohnraum wird immer knapper. Obwohl der Bedarf steigt, werden zu wenige Sozialwohnungen gebaut, Begegnungsorte wie beispielsweise das alte Lessingbad, das Stadtteilbad Katzheide oder Kleingartenanlagen wie der Prüner Schlag werden
geschlossen/verkauft.

Wir lehnen eine solche Stadtentwicklungspolitik entschieden ab, die am
Menschen vorbei regiert und plant, die bezahlbaren Wohnraum für alle
verknappt und somit eine angeblich gewünschte gesellschaftliche
„Durchmischung“ aktiv zu verhindern weiß.

Günstigen und vor allem schönen Wohnraum gibt es kaum mehr. Die Mieten sind sowohl auf dem Westufer als auch auf dem Ostufer um ca. 2 €/ m ² in den letzten Jahren gestiegen. Die angebliche „Durchmischung“ sieht in der Realität so aus, dass Besserverdiener*innen auf dem Westufer
(Wik, Düsternbrook,…) und Geringverdiener*innen, Asylbewerber*Innen,Studierende, Auszubildende, Arbeitslose,Renter*innen, Alleinerziehende, auf das Ostufer (Gaarden,Wellingdorf, Dietrichsdorf) und den Stadtrand (z.B. Mettenhof) verteilt leben.

Die Innenstadt wird mit Luxuswohnprojekten wie dem Schlossquartier am Alten Markt oder den Eigentumswohnungen Alte Feuerwache veredelt und noch attraktiver für zahlungskräftiges Klientel gemacht, wohingegen in Stadtteilen wie Gaarden kaum bis gar nicht saniert wird und Wohnungsbestände vor sich hin rotten.

Als nächstes Megaprojekt steht die Umgestaltung des Kieler
Innenstadtbereichs um den Boothafen an, laut kn-online 13.2.16 steht
hier eine Investitionssumme von 50 Millionen € im Raum. Gebaut werden
soll hier unter anderem ein „Design-Hotel der 3-Sterne plus Kategorie“.

Diese Beispiele betreffen nicht nur Kiel, sondern die meisten Städte.
Es geht nicht um guten und sozialen Wohnraum für Alle, es geht um
Profitmaximierung. Die Bedürfnisse der Menschen passen nicht in dieses
Konzept. Es fehlen 1000nde Sozialwohnungen, Tendenz steigend – die
Stadt Kiel scheitert schon an ihrem Konzept von 800 neuen
Sozialbauwohnungen im Jahr. Infrastruktur und Städtische Gebäude
werden seit Jahrzehnten privatisiert, Kleingärten und Schwimmbäder
werden geschlossen und damit der sozialen Verwendung entzogen.

Wir wollen uns diese Entwicklungen in unseren Städten nicht mehr
länger mit ansehen. Unsere Forderungen sind eine basisdemokratische
Mitgestaltung in der Stadtplanung, bezahlbare Mieten und ein Recht auf
Freiräume. Freiräume sind keine Resultate einer gewollten Stadtplanung,sondern von widerständigen Menschen, die mit Mut und Muße sowie Kraft und Selbstorganisierung ihre Vorstellungen von
solidarischem, „unkommerziellem“ und selbstverwaltetem Wohnen und
Leben realisiert haben. Als positive Beispiele können Orte wie die
„Alte Meierei“ in Kiel, „Die Walli“ in Lübeck, der Bauwagenplatz
„Zomia“ und das Gängeviertel in Hamburg oder der letztes Jahr geräumte
Bauwagenplatz „LuftschlossFabrik“ benannt werden. In und auf diesen
Räumen bzw. Plätzen wäre ohne einen zivilen ungehorsam dem „geltenden Recht“ gegenüber ein derlei kulturell vielfältiges Leben mit der Option zur Mitgestaltung aller die es denn woll(t)en nicht möglich
gewesen.

Genau aus diesen Gründen solidarisieren wir uns mit der Wagengruppe
Schlagloch und schließen uns ihren Forderungen bedingungslos an. Diese
Gruppe hat sich das Ziel gesetzt, einen neuen Freiraum für sich und
alle anderen Menschen zu schaffen. Sie möchten in umgebauten bzw.
selbst ausgebauten Bauwagen und LKW’s wohnen und dies nicht in einem abgelegen Vorort, sondern innerstädtisch. Die Stadt reagierte zunächst mit Gesprächsbereitschaft und einer vermeintlich potenziellen
Verhandlungsbasis. Dies stellte sich jedoch als irreführende und
zermürbene Hinhalte-Taktik heraus.

Nach der Besetzung des Kleingartengeländes Prüner Schlag und der 4
Wochen darauf folgenden Räumung der Wagengruppe standen die Wagen am Straßenrand am Hasseldieksdammer Weg, daraufhin drohte das Tiefbauamt mit erheblichen finanziellen Strafen. Wonach die Gruppe sich gezwungen sah, an einen anderen Ort (die Hofteichstraße, Stand 22.06.2017) umzuziehen. Dies kann und darf kein Dauerzustand werden, es muss Flächen in Kiel geben auf denen alternative Ideen, Selbstverwaltung und politische Selbstorganisation möglich sind. Die Argumentation der Stadt, dass eine Besetzung als „illegale Handlung“ keine Grundlage mehr für Gespräche sein könne, ist mit Blick auf die
Entstehungsgeschichte (siehe Oben) anderer alternativer Wohnprojekte
und vor allem anderer Wagenplätze nicht hinnehmbar. Emanzipatorische
Freiräume wurden immer durch die Selbstermächtigung, sich gegen
bestehende Verhältnisse zu wehren geschaffen und werden dies auch
weiterhin tun müssen.

Um gemeinsam deutlich zu machen, dass die Stad nicht mehr an den
Bedürfnissen der Menschen vorbei planen kann rufen wir am Samstag
22.07.2017 um 13 Uhr zur Demonstration auf .

Für mehr Freiräume und Wohnträume. Wir sind viele und wollen alles.

WEITERE INFOS: https://freiraumdemokiel.wordpress.com/